Was ist die Bibel?

Die Bibel ist nicht einfach nur ein Buch. Die Bibel ist eine Sammlung von 66 Büchern. Genau genommen ist es schon eine ganze Bibliothek! Diese Sammlung ist in 2 Teile gegliedert: Das Alte Testament (39 Bücher) und das Neue Testament (27 Bücher).

Eine ganze Bibliothek – Der Kanon

Als Kanon bezeichnet man die festgelegte Sammlung der verschiedenen Bibelbücher. Das Wort “Kanon” bedeutet ursprünglich “Schilfrohr” bzw. “Maßstab” oder auch “Richtschnur“. Früher wurden Schilfrohre als Messlatte verwendet. Die Sammlung der biblischen Bücher soll als Messlatte für den Glauben und das Leben dienen.

Christen versuchen ihr Leben so auszurichten und so zu handeln, damit es Gottes Willen entspricht. Christen fragen sich in gewissen Situationen “What would Jesus do?” (Was würde Jesus tun?). Um diese Frage zu beantworten und um den Willen Gottes herauszufinden brauchen wir die Bibel.

Die Bibel dient als Richtschnur für das gesamte Leben. Die Bibel beantwortet die Fragen: “Was ist gut?” und “Was ist schlecht?”. Die Bibel zeigt den Weg zum ewigen Leben. Die Bibel ist also der “Guide” für Christen, der uns aufzeigt, wie man ein Leben führt, dass Gott ehrt und ihm gefällt.

Die 66 Bücher wurden von verschiedenen Autoren geschrieben. Insgesamt waren etwa 40 Autoren beteiligt (“etwa”, weil einige Autoren unbekannt sind). Die Autoren die zur gleichen Zeit lebten, kannten sich nicht nur, sondern stammen aus komplett unterschiedlichen Kulturen und Epochen. Da die Bücher in einem Zeitraum von min. 1500 Jahren geschrieben wurden. Genau deswegen ist es so erstaunlich, dass die Bibel trotzdem mit einem gut sichtbaren roten Faden durchzogen ist. Das ist für viele Grund genug an die Bibel zu glauben.

Ein Beispiel: Der Prophet Jesaja wirkte zwischen 740 und 701 v. Chr. In seinem Buch “Jesaja” schrieb er:

Jesaja 7,14:

Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel.

Das Matthäusevangelium wurde ca. 50 n. Chr. von Matthäus selbst geschrieben. Er hat Jesus persönlich begleitet und war ein Apostel. Ca. 750 Jahre nach Jesaja schrieb er:

Matthäus 1,18:

Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe sie zusammenkamen, dass sie schwanger war von dem Heiligen Geist. 

Die Geburt Jesu durch eine Jungfrau wurde 750 Jahre im Voraus prophezeit und aufgeschrieben!

 

Um noch ein Beispiel zu nennen:

Der Prophet Sacharja hat ca. 500 v. Chr. geschrieben:

Sacharja 12,10:

Aber über das Haus David und über die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um das einzige Kind, und werden sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um den Erstgeborenen

Ca. 90–100 n. Chr. hat Johannes in seinem Evangelium geschrieben:

Johannes 19,34:

sondern einer der Soldaten stieß mit einer Lanze in seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus.

Jesus wurde nachdem er gekreuzigt wurde, mit einer Lanze durchbohrt. Die Soldaten wollten so sichergehen, dass Jesus gestorben ist, bevor Sie ihn vom Kreuz nehmen ließen. Diese “Kleinigkeit” wurde viele hundert Jahre zuvor prophezeit. Wie das möglich ist? Vielleicht ist die Bibel doch Gottes Wort?

Im folgenden Video wird man in nur 7 Minuten, durch die ganze Bibel geführt. Von Anfang an bis zum Ende. Schaut es euch doch mal mit dem Gedanken im Hinterkopf an: “Die Bibel ist eine Bibliothek. Die Bücher haben einen Abstand von über tausend Jahren.” Für uns ist es ein Wunder, dass wir die Bibel in der Hand halten dürfen trotz allem was passierte.

 

Wie wurde entschieden, welche Bücher in den Kanon kommen?

Da es viele verschiedene Autoren und Bücher gab, musste irgendwie entschieden werden, was tatsächlich von Gott inspiriert wurde und somit einen Platz in der Bibel bekommt.

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Die Grundtexte & wissenschaftliche Bibelübersetzungen

 

Biblia Hebraica (Stutgartensia)

Die BHS ist bis heute die einzige vollständige wissenschaftliche Ausgabe des Codex Leningrades (1008 n. Chr. / älteste vollständige Abschrift der hebräischen Bibel). Ihr Ziel ist es nicht den hebräischen Text zu seinem Ursprung zurück zu führen, denn das ist aufgrund der großen Zeitspanne nicht möglich. Man versucht die fragmentarischen Funde aus früheren Jahrhundertenvor Christus zu deuten und in die Forschung miteinzubeziehen. So zum Beispiel die Funde aus Qumran, bei denen Überreste von etwa 200 Abschriften einzelner biblischer Bücher aus der zeit zwischen 150 v. Chr. Bis 70 n. Chr. Gefunden wurden. Die BHS enthält alle wichtigen Korrekturvorschläge im textkritischen Apparat. Das bedeutet, dass in der BHS der vollständige masoretische Text abgedruckt wird und im textkritischen Apparat die jeweils vorhandenen Textvarianten anzugeben. Gegebenenfalls wird auch ein Verbesserungsvorschlag zum masoretischen Text hinzugefügt. In der BHS sind Ergebnisse aus über 100 Jahren alttestamentlicher Textforschung zusammengefasst.

 

 

Tanach

Tanach ist eine von mehreren Bezeichnungen für die hebräische Bibel. Er ist in drei Teile gegliedert, der Thora (Gesetz), den Nevi‘im (Propheten) und den Ketuvim (Schriften). Aus den Anfangsbuchstaben dieser drei Teile „TNK“, bildet sich der Name Tanach. Der Tanach umfasst 24 Schriften, welche alle auch in den christlichen Kanon aufgenommen wurden. In einem komplexen Prozess entstand der Tanach innerhalb von 1200 Jahren aus verschiedenen jüdischen, religiösen und profanen Schriften. Bevor es überhaupt Schriften gab, wurden diese  mündlich überliefert.  Diese Schriften befanden sich meist auf Papyrus oder auch Lederrollen, in späteren Jahrhunderten dann auf Pergament. Zusammenhängende Texte auf mehreren Pergamentrollen nannte man Kodex. Der älteste aus dem Tanach erhaltene Text stammt aus dem 7. Jahrhundert vor Christus. Heraus gegliedert welche Schriften ihren Platz im hebräischen Kanon finden, wurde nicht in einem Gremium oder bei einer Synode beschlossen, sondern in einem langen Prozess, anhand des Faktors des entsprechenden Gebrauches für den Gottesdienst und die Lehre. Die endgültige Fassung des Kanons ist in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts nach Christus zu verordnen.

 

 

Masoretischer Text

Ab dem ersten Jahrhundert, galt der hebräische Text als festgelegt und unveränderbar. Das Problem an der hebräischen Sprache ist jedoch, dass sie sich bloß der Konsonanten bedient, und hat die Vokale nicht berücksichtigt. Diese Konsonantentexte ließen unterschiedliche Möglichkeiten bei der Aussprache. Dies führte auch zu unterschiedlichen Wörtern und Bedeutungen der Texte. Die korrekte Aussprache und Bedeutung musste also von Generation zu Generation überliefert werden. Im 6. Jahrhundert entwickelten die Masoreten (Tradenten, Überlieferer), welche jüdische Gelehrte waren, dann ein System von Vokal- und Betonungszeichen um den hebräischen Text, seine Aussprache und Bedeutung genau festzulegen. Die Masoreten waren zudem Textforscher von höchstem Rang, und arbeiteten zusätzlich daran den hebräischen Text vor Abschreibfehlern zu schützen und bereits vorhandenen Textfehler zu korrigieren. Am Rand ihrer Handschriften notierten sie Anmerkungen zu bestimmten Schreibweisen, Vorkommnisse bestimmter Wörter und Anweisungen zum richtigen Lesen abweichend vom konsonantischen Text. Diese Anmerkungen nennt man kleine Masora. Neben dieser existiert auch eine große Masora. Diese ist eine Liste mit sämtlichen Bibelstellen in denen eine besondere Schreibweise, eine bestimmte Abfolge von Wörtern oder eine andere Eigenart des hebräischen Textes vorkommt. Diese stehen jeweils am oberen und unteren Seitenrand der masoretischen Handschriften. So entstand zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert nach Christus der masoretische Text, der neben dem hebräischen Text des Tanachs, nur wenige Unstimmigkeiten mit ihm aufweist.

 

 

Textus Receptus

Der Textus Receptus ist der griechische Text des Neuen Testamentes, welcher in den Druckausgaben des 16. und 17. Jahrhunderts zu finden ist. Der Begriff „textus receptus“ stammt aus dem Vorwort einer Ausgabe des griechischen Neuen Testamentes und bedeutet so viel wie „empfangener, unveränderter Text“. Erasmus von Rotterdamm, legte die erste Vorlage des Textus Receptus vor. Die sieben Handschriften die er dazu nutzte, stützten sich auf die Tradition des Mehrheitstextes. Zu Hilfe nahm er außerdem die Vulgata und Bibelzitate der Kirchenväter. An lückenhaften Stellen, ergänzte er den Text selbst. Es folgten viele weitere griechische Übersetzungen. Der Textus Receptus, galt lange als Grundlage für Bibelübersetzungen des Neuen Testamentes (z.B.: die Luther Bibel), wurde jedoch im 18. Jahrhundert im Punkt Genauigkeit in Frage gestellt und als kritisch betrachtet. Heute wurde der Textus Receptus als Textgrundlage größtenteils durch die textkritischen Ausgaben wie Nestle-Aland oder  das  „Greek New Testament“ ersetzt. Lediglich wenige Übersetzungen wie  die Schlachter 2000 und die neue Luther von 2009 berufen sich noch auf den Textus Receptus.

Quellen: Textus Receptus

[1]: https://de.wikipedia.org/wiki/Textus_receptus (abgerufen am 10.09.2020 ).

 

 

Nestle–Aland – Novum Testamentum Graece

Das Novum Testamentum Graece bildet mit seinem unübertroffenem textkritischem Apparat die Grundlage für das weltweite Studium und die Auslegung des griechischen neuen Testamentes. Es erschien erstmals 1898 in der Württembergischen Bibelanstalt (WBA). Eberhard Nestle war der Herausgeber. Das Prinzip damals war es die drei wichtigsten Ausgaben des griechischen Neuen Testamentes miteinander zu vergleichen.  Dort wo es Abweichungen gab, wurde  die Variante die in zwei Ausgaben zu lesen war in den Text, und die andere in den Apparat zu verwiesen. Durch diese weit verbreitete Ausgabe, wurde der Textus Receptus, der schon länger wissenschaftlich überholt war, verdrängt. Ab der 25. Auflage prüfte Kurt Aland die Angaben an den Originalen selbst. Mit dem von ihm 1959 gegründeten Institut für neutestamentliche Textforschung (INTF), erweiterte er den Apparat mit der Lesart vieler weiterer Handschriften. Der Obertext der 26. Ausgabe war aufgrund der gleichen Herausgebergremien mit dem Greek New Testament deckungsgleich. Seitdem haben die beiden wichtigsten griechischen Bibeltexte des Neuen Testamentes den gleichen Bibeltext. Sie unterscheiden sich lediglich in ihrem Apparat, Einleitungen und Anhängen. In der folgenden 27. und 28. Auflage wurde vor Allem der textkritische Apparat aufgearbeitet, mit dem Ziel ihn benutzerfreundlicher zu gestalten. Zur zeit wird an der 29. Auflage gearbeitet.

Quellen: Nestle–Aland – Novum Testamentum Graece

 

 

Greek New Testament

Das Greek New Testament ist die Grundlage für die weltweite Übersetzungsarbeit am Neuen Testament. Der textkritische Apparat ist auf Übersetzungsbelange spezialisiert. 1955 wurde dafür ein Komitee gegründet. 1966 erschien die erste Auflage des Greek New Testament. Diese Ausgabe sollte speziell die Bedürfnisse von Bibelübersetzern im Auge haben. Bis heute gibt es fünf Auflagen des Greek New Testaments. In den Aufarbeitungen und Revisionen wurde der textkritische Apparat aufgearbeitet und erweitert. Es liefert einen zuverlässigen griechischen Text, an dem an notwendigen Stellen das Zustandekommen des Textes, an solchen Stellen wo es wichtige Varianten in den neutestamentlichen Handschriften gibt nachvollziehbar. Es will nicht zu umfassender textkritischer Arbeit befähigen.

 

 

Septuaginta

Die Septuaginta (altgriechisch – die Übersetzung der Siebzig), ist die altgriechische Übersetzung des Alten Testamentes. Sie ist die älteste durchgehende Übersetzung der hebräisch-aramäischen Bibel in die altgriechische Sprache. Im hellenistischen Judentum, wurden seit dem 3. Jahrhundert vor Christus, jüdische Schriften aus dem Tanach ins Griechische übersetzt. Zuerst wurde der Pentateuch übersetzt. Ab dem 2. Jahrhundert, waren dann die meisten Schriften des Tanachs übersetzt (Pentateuch, Propheten, Weisheiten). Die Übersetzung der Psalmen, dauerte bis in die neutestamentliche Zeit hinein. Heute ist die Septuaginta hauptsächlich, als christliche Schriftüberlieferung enthalten.

 

 

Vulgata

Die Vulgata ist die lateinische Übersetzung der ganzen Bibel. Vulgata bedeutet aus dem lateinischen übersetzt so viel wie die „Volkstümliche“. Seit dem 7 Jahrhundert ist sie in der lateinischen Kirche im allgemeinen Gebrauch. Sie wurde von mehreren Übersetzern überliefert. Sie bildet eine  Sammlung, Übersetzungen, die von unterschiedlichem Ursprung und Wert sind.  Nachdem Papst Damasus im Jahr 382 n. Christus den Theologen Hieronymus beauftragte an einer einheitlichen lateinischen Bibel zu arbeiten, wurde diese nach ihrer Fertigstellung, zur bedeutendsten Bibelübersetzung des Mittelalters. Die meisten Bücher des alten Testamentes wurden aus dem hebräischen Text übersetzt. Lediglich für die Psalmen nahm Hieronymus sich die griechische Hexapla des Origenes zur Hand, und korrigierte diese. Die Schriften des Neuen Testamentes liegen einem altlateinischen Text zugrunde, welche nach dem griechischen Text  verbessert worden sind.

 

 

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